Kurzausbildung: Chemikalienbotschafter*innen gesucht!

Du willst dich für den Umweltschutz stark machen und deine Gesundheit schützen? Dann bist du bei uns richtig!

Egal ob Shampoo, Konservendose oder Plastik-Spielzeug – gefährliche Chemikalien sind überall in unserem direkten Umfeld zu finden. Was viele nicht wissen: sie stören unser Immun- und Hormonsystem, können Allergien auslösen oder sogar Krebs begünstigen. Aber nicht nur das: auch in der Umwelt belasten gefährliche Chemikalien die Tier- und Pflanzenwelt und können so das ökologische Gleichgewicht durcheinanderbringen.  

Ein Beispiel:

Bisphenol A, auch unter der Abkürzung „BPA“ bekannt, ist eine Chemikalie, die häufig in Innenbeschichtungen von Konservendosen enthalten ist. BPA ähnelt in seiner Struktur dem weiblichen Hormon Östrogen und kann Entwicklungsstörungen und eine verminderte Fruchtbarkeit verursachen. Du fragst dich sicher: Gibt es denn keine gesetzlichen Grenzwerte?!

Doch – allerdings ist die schädliche Dosis von BPA für Tiere und Menschen umstritten. Die hormonaktive Wirkung hingegen ist bestätigt: Mehrere Studien, die an Tieren und Menschen durchgeführt wurden, konnten feststellen, dass die Aufnahme von BPA während der Schwangerschaft unter anderem die Entwicklung des Gehirns sowie das Verhalten der Nachkommen negativ beeinflusst. Das Problem: sogar unter den gesetzlichen Grenzwerten konnten in Tierversuchen ernsthafte hormonelle Auswirkungen festgestellt werden, wie beispielsweise Fehlbildungen oder eine verminderte Spermienqualität. Deshalb rät das Umweltbundesamt dazu die Belastung für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten.

Die größte Aufnahmequelle von BPA sind Lebensmittel aus Konservendosen. Die Chemikalie wandert mit der Zeit von der (durchsichtigen) Innenbeschichtung in die Nahrung. In Flüsse und andere Gewässer gelangt BPA zum Beispiel über unser Abwasser. Ähnlich können auch andere Schadstoffe wie Weichmacher oder PFCs eine „enkeltaugliche“ Zukunft gefährden.

Oft denken wir, dass die Kläranlagen unser Wasser restlos reinigen können und der Gesetzgeber uns vollends schützt. Darauf können wir uns beim Thema gefährliche Chemikalien leider nicht verlassen.

In unserem Vorgängerprojekt NonHazCity konnten wir aber feststellen, dass die Chemikalien-Belastung durch die Reduzierung von gefährlichen Chemikalien in privaten Haushalten deutlich verringert werden kann.

Du willst ein aktiver Teil der Lösung sein? Dann haben wir das passende Programm für dich: Werde durch unsere online Kurzausbildung Chemikalienbotschafter*in! Kostenfrei. 

In einem 8-wöchigen und kostenlosen Programm lernst du deinen Haushalt zu entgiften und auch andere Menschen in Form von Haushaltschecks dazu zu befähigen. Im ersten Schritt machst du Quellen von gefährliche Chemikalien in ihren Wohnungen ausfindig. Im zweiten Schritt stellst du ihnen nachhaltigere Alternativen vor. Denn davon gibt es zum Glück eine Menge, aber nicht genug Menschen kennen sie! In interaktiven Online‑Seminaren statten wir dich mit praktischem Chemikalien-Wissen, Selbstmanagementtools und Methoden der Umweltkommunikation aus. Keine Bange, dafür brauchst du kein Chemikalien-Profi zu sein!

Für wen ist die Kurzausbildung geeignet?

Umweltaktivist:innen (oder die, die es noch werden wollen)

Du möchtest einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten? Über die Luft und über unser Abwasser gelangen gefährliche Chemikalien in unsere Böden, Flüsse und Meere. Während der Kurzausbildung lernst du, deinen Haushalt plastikfreier und Chemikalien-freier zu gestalten. Du lernst wie du andere Menschen für das Thema begeisterst und sie zum Handeln motivierst.*

Gesundheits-Schützer:innen

Du möchtest deine Gesundheit oder die deiner Kinder langfristig schützen? Während der Kurzausbildung lernst du wie du deinen Haushalt so gestaltest, dass du/ihr mit möglichst wenigen Chemikalien in Berührung kommt, die sich langfristig gesundheitsgefährdend auswirken können. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgeprägt ist und sie sich noch in der Entwicklung befinden.*

Berufliche Weiterbildung

Das Thema Chemikalienmanagement wird bereits von vielen Unternehmen in Form von gesetzlichen Richtlinien berücksichtigt. Es ist aus unserer Sicht jedoch noch mehr möglich. Während der Kurzausbildung lernst du Wesentliches über häufig verwendete gefährliche Chemikalien sowie Kommunikationsmethoden, um Konsumierende für nachhaltigere Produkte zu begeistern.*

*Diese Liste ist nicht abschließend. Wenn du dich zu diesem Schritt berufen fühlst oder ein Funken Motivation in dir aufgekommen ist, etwas zu bewegen, bist du hier genau richtig. Jede und jeder ist herzlich willkommen!

Inhalte

Was erwartet dich?

  • Wissen über gefährliche Chemikalien sowie nachhaltigere Alternativen
  • Ein Netzwerk von Menschen mit ähnlichen Interessen
  • Flexibel lernen und diskutieren, auch neben dem Beruf
  • Ein StarterSet mit nachhaltigen Alternativen
  • Spaß

Wie werden die Inhalte vermittelt?

  • Interaktive online Workshops
  • Erklärvideos für flexibles Lernen
  • Austausch in lokalen Mastermindgruppen
  • Arbeitsmaterial & Broschüren

Inhalte der Kurzausbildung

  • Gefährliche Chemikalien
    • Auswirkungen auf die Gesundheit
    • Auswirkungen auf die Umwelt
    • Gesetzliche Regulierung
    • Stoffkunde: Weichmacher, Duftstoffe, PFCs, Bisphenole
    • Quellen im Haushalt, häufige Fehlanwendungen
    • Handlungsmöglichkeiten, Alternativprodukte
  • Bewusstsein & Veränderung: den eigenen Haushalt entgiften
  • Erfolgreiche Kommunikation
    • Argumentationsstrategien erlernen
    • Umweltkommunikation
    • Storytelling
  • “How to Haushaltscheck”

Zeitlicher Aufwand & Termine

Der zweite Durchgang des Programms startet im September 2021 und kann innerhalb von 8 Wochen abgeschlossen werden. Es gibt jede Woche eine Live-Session mit Fee und Marina, neue Lern-Videos und kleine Aufgaben. All das ist in den Zeitaufwand von 4 Stunden pro Woche einberechnet. Wer noch etwas mehr Zeit investieren möchte, kann sich durch Hintergrundliteratur noch tiefer in die Themen lesen. Die Teilnahme an der Kurzausbildung ist kostenlos. Weitere Durchgänge sind wie folgt geplant.

Mögliche Start-Termine:
25. Januar 2022 (noch wenige Plätze verfügbar)
April 2022

Flexibilität. Die Kurzausbildung ist so konzipiert, dass sie in dein Leben passt. Das funktioniert, weil du dir viele Materialien, wie zum Beispiel die Lern-Videos, flexibel einteilen kannst. Optimaler Weise kannst du 4 Stunden pro Woche in das Programm investieren. Dadurch kannst du bei allen Veranstaltungen live dabei sein und deinen Haushalt komplett detoxen. Es gibt auch die Möglichkeit die Kurzausbildung zu strecken: Am 31.01.2022 ist die letzte Chance für den abschließenden Selbsttest für den Durchgang Herbst 2021, durch den du dein Teilnehmer-Zertifikat erhältst. Das bedeutet, dass du bis dahin noch Zeit hast Elemente nachzuholen. Denn alle Veranstaltungen werden aufgezeichnet und im Login-Bereich der Chemikalienbotschafter:innen online zur Verfügung gestellt. Auch wenn du mal einen Termin verpasst hast, kannst du dir einfach später die Aufnahme ansehen.

Fertig – und dann? Nach der Kurzausbildung stehen Fee und Marina euch weiterhin für alle Fragen rund um das Thema Schadstoff-freier leben zur Verfügung. Es sind mehrere Nachtreffen und Q&A Sessions geplant, um euch darin zu unterstützen mehr Menschen ein nachhaltigeres Leben zu ermöglichen.

Kosten. Die Kurzausbildung ist kostenlos und wird durch die Verbändeförderung des Umweltbundesamts und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert und somit erst ermöglicht. Wir wollen mit dem Programm bewirken, dass das Thema aus intrinsischer Motivation mehr in den Fokus der Gesellschaft rückt und das Hintergrundwissen dazu weitergegeben wird. Außerdem erklären wir in der Ausbildung wie man einen sogenannte Haushaltschecks bei Freund:innen oder im Bekanntenkreis durchführt. Denn wir haben festgestellt, dass durch persönliche Gespräche viel Umdenken und wirkliches Umstellen stattfindet und es die Leute schneller motiviert als der alleinige Konsum von Medien. Daher wünschen wir uns, dass jede:r Botschafter:in Haushaltschecks im Bekanntenkreis durchführt und uns über das Ergebnis Rückmeldung gibt. Das ist ganz leicht. Details dazu erfährst du in der Ausbildung 🙂

Du möchtest mehr Erfahren? Dann lerne Fee und Marina in einer der Infoveranstaltungen kennen und stell‘ deine Fragen! Bitte melde dich dazu hier an, damit wir die Gruppengröße einschätzen können. Anmeldungen sind auch kurzfristig möglich. Dafür findest du den Zoom-Link hier. 

  • 25.10.2021 – Infoveranstaltung  (19 – 20 Uhr)
  • 07.12.2021 – Infoveranstaltung  (19 – 20 Uhr)
  • 18.01.2022 – Infoveranstaltung  (19 – 20 Uhr)

Hier geht’s zur Anmeldung.

Weißt du jetzt schon, dass du dabei sein möchtest? Dann sichere dir noch heute einen Platz in der Kurzausbildung! Durch deine Anmeldung wirst du gleichzeitig über Neuigkeiten und genaue Termine informiert.

Die Referentinnen

Fee Widderich

„Durch die Projektarbeit beim BEF habe ich die Möglichkeit das Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und damit verbunden den Schutz der Natur in der Bevölkerung zu stärken. Dieser Aspekt ist mir sehr wichtig, denn nur durch die Mitarbeit aller Menschen können wir unsere Natur mit seiner Tier- und Pflanzenwelt langfristig schützen.“

Fee Widderich studierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel den Bachelorstudiengang Agrarwissenschaften und absolvierte anschließend ein Masterstudium in der Landschaftsökologie und des Naturschutzes an der Universität Greifswald. Als wissenschaftliche Hilfskraft arbeitete sie in der Michael-Succow-Stiftung im Bereich des Moorschutzes und später als Projektmitarbeiterin in der Landschaftsplanung.

Marina Vogel

„Mit meiner Arbeit bei BEF zeige ich Menschen, wie leicht sie nachhaltiger und gesünder leben und dadurch einen großen Unterschied machen können. Denn durch unseren schnellen Wandel haben sich unzählige Probleme vom Klimawandel über die starke Umweltbelastung bis hin zu sozialen Ungerechtigkeiten ergeben. Andererseits haben wir uns so komplex entwickelt – überwinden weiteste Strecken in kürzester Zeit und telefonieren mit Freunden auf der anderen Seite der Welt. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir intelligent genug sind, um die ökologischen und sozialen Probleme zu lösen und mit der Natur in Symbiose zu leben. Mir ist es wichtig mehr Bewusstsein und Freude für nachhaltiges Handeln zu vermitteln und mich für zirkuläre Systeme einzusetzen.“

Marina absolvierte ihr Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre und Nachhaltigkeitswissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg sowie an der Corvinus Universität Budapest. Ihre Schwerpunkte lagen dabei im Bereich Corporate Responsibility, Renaturierung von Ökosystemen sowie Verbraucherverhalten.

Was Teilnehmende unserer Veranstaltungen sagen:

Über die Organisation

Das Baltic Environmental Forum Deutschland (BEF) wurde 2003 in Hamburg als gemeinnütziger Verein gegründet und arbeitet zu den Themen Chemikalien- und Abfallmanagement, Wasserqualität, Natur-, Arten- und Meeresschutz, Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität und Klimawandel. In unseren Projekten arbeiten wir an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltungen. Dabei kollaborieren wir in vielen europäischen Ländern eng mit anderen Umweltorganisationen, Forschungseinrichtungen und Universitäten sowie mit Verwaltungen von Städten und Gemeinden. Unsere Vision ist es, dass ressourcenschonende und umweltfreundliche Lebens- und Wirtschaftsweisen zur allgemeinen Normalität werden. Bereits heute werden Umwelt- und Klimaschutz von immer mehr Menschen als überlebenswichtige Zukunftsaufgaben angesehen. Allerdings muss noch mehr getan werden. Wir fordern deshalb von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aktiv die Verantwortung für den positiven Wandel zu übernehmen und sehen es als unsere Mission, gemeinsam mit beteiligten Akteuren zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln und diese umzusetzen.

 

Kontakt

Hast du Fragen? Melde Dich gerne bei Marina & Fee (chemiebotschafter@bef-de.org).

Wir freuen uns über jede Weiterempfehlung der Kurzausbildung!
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