Chemikalienmanagement

Hormonstörer in Kindersocken gefunden

Die spanische Universität Granada hat bei der Untersuchung von Kindersocken in neun von zehn getesteten Produkten, billige wie teure, die Chemikalie Bisphenol A (BPA) feststellen können.
BPA wurde in Socken, die zu 80% oder mehr aus Baumwolle bestehen, in hohen Konzentrationen gefunden. Auch der Hormonstörer Paraben war in einigen Socken vorhanden – dieser vor allem in den Exemplaren mit hohem Polyesteranteil.

Beide Chemikalien können, vor allem bei Kindern und Säuglingen, die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen sowie Lern- und Verhaltensstörungen verursachen. Weitere mögliche Folgen sind Übergewicht, Diabetes oder hormonell bedingte Krebsarten wie Brustkrebs.

In der Politik ist das Problem durchaus bekannt – BPA ist in der EU in einigen Produkten, wie zum Beispiel Babyflaschen, bereits verboten. Doch unter anderem in Kleidung ist der Hormonstörer noch immer erlaubt. Für uns ist klar: Es muss strengere Richtlinien für den Gebrauch solcher Chemikalien geben.

Doch vorher können wir selbst handeln:

  • Wer auf Chemikalien in Kleidung verzichten möchte, sollte zu Produkten mit Ökosiegel greifen.
  • Knallige Farben, bunte Aufdrucke oder ein starker chemischer Geruch sind Indizien für gefährliche Chemikalien.
  • Außerdem setzten Sie am besten auf Naturfaser statt Kunstfaser. Hier ist es wichtig auf zertifizierte Bioprodukte zurückzugreifen wie zum Beispiel Bio-Baumwolle.
  • Second Hand Kleidung ist generell meistens eine gute Wahl. Chemikalien waschen sich mit jedem Waschgang ein wenig aus der Kleidung heraus – das Risiko, in Kontakt mit hohen Konzentrationen von Chemikalien zu kommen, ist bei Kleidung aus zweiter Hand also um einiges geringer.

Für mehr Tipps könnt ihr einen Blick in eine unserer Online-Broschüren werfen:
2017-09_CHEM_MANAGEM_BesserLebenWenigerChemikalien.pdf (bef-de.org)

Genaueres zur Untersuchung der Kindersocken lest ihr hier: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412019307287

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