Chemikalienmanagement

Plastik – eine unsichtbare Gefahr für unsere Kleinsten!

Sobald wir auf die Welt kommen, sind wir von Gegenständen aus den unterschiedlichsten Materialien umgeben. Ob Möbel, Matratzenbezüge, Kleidung oder Spielzeug. Kunststoff ist hier eines der beliebtesten Materialien, da die Produktion bequem und billig ist. Viele Produkte, mit denen Kinder in Berührung kommen sind aus Plastik und damit aus einer Vielzahl teilweise gefährlicher Chemikalien hergestellt.

Doch wie erkennt man das Risiko und warum sind Kinder gefährdeter als Erwachsene? Und die wichtigste Frage: Welche Alternativen kann man wählen?

Die Gefahr für unsere Kleinsten

Plastikprodukte enthalten Chemikalien, um verschiedene Funktionen zu erfüllen. So sorgen Weichmacher zum Beispiel für eine hohe Flexibilität und chlorierte Paraffine wirken als Flammschutzmittel. Beides sind praktische Eigenschaften – wäre da nicht das gesundheitliche Risiko, dass diese und ähnliche Chemikalien mit sich bringen. Zusatzstoffe in Plastik können das menschliche Hormonsystem stören, das Immunsystem beeinträchtigen, Allergien verursachen oder negativ auf die kindliche Entwicklung wirken. Aufnahmewege sind die Atmung, die Nahrung und die Haut. Kinder sind aus mehreren Gründen besonders gefährdet:

  • Die Haut von Kindern ist im Vergleich zu Erwachsenen dünner und nicht voll entwickelt, so dass sie nicht als richtige Schutzbarriere fungieren kann.
  • Die Hautoberfläche von Kindern ist im Verhältnis zu ihrem Gewicht sowie dem Volumen ihrer Lunge größer und ihr Stoffwechsel ist im Vergleich zu Erwachsenen schneller. Deswegen kann vergleichsweise eine größere Menge an Chemikalien aufgenommen werden.
  • Das Immunsystem und das neurologische System eines Kindes, insbesondere eines Babies, befinden sich noch in der Entwicklung und das Entgiftungssystem funktioniert noch nicht in vollem Umfang. Entwicklungsstörungen sind also möglich und auch andere gesundheitliche Auswirkungen können schwerwiegender sein.
  • Kinder atmen intensiver und können gefährliche Chemikalien daher schneller einatmen.
  • Kleine Kinder lernen ihre Umgebung kennen, indem sie Gegenstände zum Beispiel in den Mund nehmen und schmecken, so dass Schadstoffe aus Plastikgegenstände leicht über den Mund aufgenommen werden können.
  • Schadstoffe reichern sich in Hausstaub an. Besonders Kleinkinder und Babies halten sich viel am Boden auf, so dass sie den gefährlichen Chemikalien von den Bodenbelagsmaterialien sowie durch potenziellen Staub stärker ausgesetzt sind.

Infolgedessen ist der Organismus von Kindern empfänglicher für die Einwirkungen gefährlicher Chemikalien, die Aufnahme erfolgt schneller und der Abbau der Stoffe langsamer.

Wo verstecken sich die Gefahren?

Phthalate (Weichmacher)Finden sich in Puppen, Kuscheltieren, flexiblen Kunststoffelementen und elektronischem Spielzeug. Werden als Weichmacher in PVC-Spielzeug verwendet. Stören die Entwicklung und das Hormonsystem.

Bisphenol A (BPA). Kann in Puppen, transparenten Kunststoffelementen, elektronischem Spielzeug gefunden werden. Stört das Fortpflanzungs- und Hormonsystem und erhöht das Risiko einer Krebserkrankung.

Nonylphenol. Findet sich in Puppen, Kuscheltieren und Kunststoffelementen. Wird als Antioxidans verwendet, um Polymere von Kunststoffen zu stabilisieren. Hormonstörend und reichert sich in der Umwelt an.

Zinnorganische VerbindungenFindet sich in festen Spielzeugteilen und Spielzeug aus PVC. Reizt die Augen und die Haut, ist schädlich für das Fortpflanzungssystem, ist bei Verschlucken schädlich für das zentrale Nervensystem, das Hormon- sowie das Fortpflanzungssystem.

Chlorierte ParaffineBefinden sich in Puppen, Kunststoffelementen, elektronischem Spielzeug und wird als Flammschutzmittel verwendet. Sind krebserregend und stören das Hormonsystem.

Welche Alternativen und Tipps gibt es?

 Die Auswahl von Plastikspielzeug, Möbeln oder anderem Zubehör für Kinder kann eine schwierige Aufgabe sein. Hier sind einige Tipps:

  • Weniger ist mehr. Es ist nicht nötig, Hunderte von Spielzeugen zu kaufen – wählen Sie ein paar, die von guter Qualität sind.
  • Vermeiden Sie Plastikspielzeug mit intensivem Geruch und besonders biegsame Produkte. Das kann darauf hinweisen, dass einige gefährliche Chemikalien verwendet werden (z. B. Phthalate). Es ist eine gute Idee, ein neues Plastikprodukt (Spielzeug, beschichtete Möbel) ein paar Tage unverpackt und im Freien stehen zu lassen oder die Fenster zu öffnen. Einige gefährliche Chemikalien werden sich so verflüchtigen.
  • Vermeiden Sie billiges Spielzeug, insbesondere aus Ländern, die nicht unter die EU-Vorschriften fallen oder bei denen Sie sich über die Herkunft unsicher sind.
  • Alle Spielzeuge in der EU müssen eine CE-Kennzeichnung tragen. Das ist eine Erklärung des Herstellers, dass die Regularien eingehalten wurden. Dies allein garantiert leider keine absolute Sicherheit. Sie können versuchen, nach Produkten mit Ökolabeln zu suchen: spielgut, Blauer Engel, Nordic Swan Ecolabel.
  • Wählen Sie Spielzeug oder anderes Zubehör aus natürlichen Materialien (ungefärbtes Holz, Ökotextilien, Naturkautschuk usw.)
  •  Vermeiden Sie es, Kinder mit Gegenständen spielen zu lassen, die kein Spielzeug sind (elektronische Geräte wie alte Handys, Küchengeräte aus Plastik, Dekorationen, CDs usw.). Diese Dinge fallen nicht unter die Kategorie Spielzeug und unterliegen daher auch nicht den strengeren Regularien für Kinderprodukte.

Wenn wir gefährliche Chemikalien vermeiden, schützen wir die Gesundheit unserer Kinder. Das Vermeiden von Plastikprodukten kann bereits große positve Auswirkungen haben.

Zum Weiterlesen:

 

Themenseite: https://www.bef-de.org/plastik-kinder/

Kontakt: chemieteam@bef-de.org

Autorin: Eglė Ruškutė

Wenn du Fragen oder Feedback hast, sende gerne eine E-Mail an: chemieteam@bef-de.org

Themenseite: https://www.bef-de.org/plastik-kleidung/

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